Schüler-Team verweist Studenten auf die Plätze

Heilbronn/Überlingen: Vergangenes Wochenende hat im Rahmen der Bundesgartenschau in Heilbronn ein Team des Überlinger Schülerforschungszentrums (SFZ) um Standortleiter Lukas Locher bereits zum dritten Mal hintereinander den zweiten Platz beim Field Robot Event, einem internationalen Wettbewerb für Agrarroboter, belegt.

 Timo Schönegg, Christopher Raun und Marcus Bolter (Jörg Zürn-Schule) sowie Jacob Schupp, Klara Fauser, Hauke Engels, Junus Hirner und Jonas Mayer (Gymnasium Überlingen) waren dort mit dem von ihnen konstruierten und mit aufwendiger Software versehenen Feldroboter „Carbonite“ angetreten, der in vier verschiedenen Prüfungen völlig autonom Aufgaben in einem Maisfeld erledigen musste.

Das Besondere: Der Wettbewerb richtet sich eigentlich an Studierende von Hochschulen. So passiert es immer wieder, dass die Überlinger SFZ-Schüler, die bereits seit vielen Jahren beim Field Robot Event antreten, gerne unterschätzt werden, bevor sie die Hochschulkonkurrenz einmal mehr eines Besseren belehren.

Die erste Wettbewerbsaufgabe für Carbonite bestand in diesem Jahr darin, das Feld innerhalb von drei Minuten so weit wie möglich zu durchqueren, ohne dabei die Maispflanzen zu beschädigen. Obwohl das dem SFZ-Team in der Vorbereitung stets besonders gut gelungen war, gab es im Wettkampf zunächst Probleme mit Carbonites Orientierung, unter denen auch einige Maispflanzen leiden mussten.

„Aber SFZ-Schüler wären nicht SFZ-Schüler wenn sie sich davon entmutigen lassen würden“, sagt Timo Schönegg, einer der älteren Teammitglieder, die bereits seit mehreren Jahren an den Überlinger Feldrobotern tüfteln. Nach einer kurzen Neuausrichtung durch die Schüler konnte Carbonite durch rasante Geschwindigkeit und geschickte Wendemanöver den gesamten Zeitverlust ausgleichen und alle Roboter der Studenten-Teams überholen. In der Disziplin „Basic Navigation“ sicherte sich der Schülerroboter so den ersten Platz.

Auch in den anderen drei Disziplinen, in denen das Gefährt einen durch die Jury vorgegebenen Pfad zurücklegen und Fremdkörper (als Unkrautersatz) im Feld erkennen und eliminieren musste, überzeugte Carbonite, obwohl die Bedingungen für das Team recht ungünstig waren. „Wenn sich während der Fahrt die Lichtverhältnisse zum Beispiel durch eine Wolke ändern, erscheint das, was vorher noch hell und weiß war plötzlich dunkel und grau. Dies zu erkennen, ist für Algorithmen sehr schwierig“, erklärt Timo Schönegg. Obwohl Carbonites Software durch einen wilden Sonne-Wolken-Mix am Himmel ordentlich auf die Probe gestellt wurde, erfüllte er seine Aufgaben vorbildlich. Am Ende reichte die Punktzahl aller Disziplinen, wie in den vergangenen Jahren, für Platz Zwei in der Gesamtwertung, gleich hinter dem Team der Hochschule Braunschweig. Insgesamt waren beim diesjährigen Field Robot Event 15 Teams aus ganz Europa am Start.

Standortleiter Lukas Locher (Mitte) und sein SFZ-Team beim Field Robot Event

 

Carbonite bei der Arbeit