Die Schüler der Kursstufen 1 und 2 am Gymnasium Überlingen haben testweise den Ablauf der Landtagswahl nachgespielt. Am Wahlsonntag werden die Stimmen in ihrer Test-Wahlurne ausgezählt und mit dem Echt-Ergebnis verglichen.

Christin Nothnagel und Hanna Rosebrock, beide 16 Jahre alt und Schülerinnen der Kursstufe Eins des Überlinger Gymnasiums, sind sich einig. Sie würden gern bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag wählen gehen und finden auch, dass sie alt genug dazu sind. Sie stehen vor der Infowand in der Aula ihrer Schule, auf der sie gemeinsam mit anderen Schülern der beiden Kursstufen KS1 und KS2 die Kandidatenvorstellung zur Landtagswahl im SÜDKURIER als Orientierungshilfe ausgehängt haben.

Die rund 80 Schüler spielten einen kompletten Wahlgang im Klassenzimmer durch. Ein Großteil von ihnen ist noch nicht volljährigen und hat somit bei der anstehenden Wahl noch keine Stimme.

Die Schüler hatten sich im Unterricht auch mit einem Vortrag vorbereitet, den die Schülerin Thalia Möller mit zwei jungen Flüchtlingen aus dem Refugium organisiert hatte, der Inobhutnahmestelle des Pestalozzi-Kinderdorfs in Bodman-Ludwigshafen. In diesem Vortrag, erzählt Jochen Staudacher, Lehrer und Tutor der Klassen, hätten zwei junge Männer aus Afghanistan und Eritrea über ihre teils schrecklichen Erlebnisse während der Flucht berichtet. Die Schüler seien betroffen gewesen von der Schilderung des Eritreers, der einen Freund vor der Insel Lampedusa im Meer verloren habe.

Die Schüler erklären, sie seien offen und neugierig auf die jungen Flüchtlinge. Die Ängste mancher älterer Bürger teile man nicht. Die Botschaften der AfD halten die meisten Jugendlichen für gefährlich. Christin Nothnagel erklärt: „Da sollen wir nur aufgehetzt werden, gegen Ausländer, Homos oder sonst wen, hoffentlich denken die Wähler nach, was sie uns damit antun würden, wenn sie die wählen.“

Die meisten der jungen Wähler und Fast-Wähler im Klassenzimmer erklären, ihre Stimme den Grünen geben zu wollen. Das Thema Naturschutz verfängt am häufigsten bei ihnen, wie im Gespräch schnell klar wird. Auf die Frage, welche Partei sie auf gar keinen Fall wählen würden, antworten alle Gefragten: die AfD.

Am Sonntag, 13. März, werden auch im Klassenzimmer die Stimmen der Testwahl ausgezählt. Die Schüler sind schon gespannt auf das Ergebnis.

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