Am Donnerstag, den 14.07.2016, berichteten drei ehemalige Schülerinnen des Gymnasium Überlingen rund 40 Spanischlernern der Klassen 9 von ihrer gut 6-monatigen Weltreise mit Zwischenstopps in Südamerika.
Hannah Dierberger, Luiza Esser und Leonie Krane hatten unter anderem Neuseeland, die USA und Asien sowie Brasilien bereist. In ihrem Vortrag stellten sie speziell ihre Route durch Bolivien und Peru vor.
Anhand eindrucksvoller Fotos wurde deutlich, wie vielfältig Lateinamerika sein kann: Von Nebel und Kälte über heißen Wüstensand, von den Anden bis hin zum Titicacasee und von der Großstadt bis hin zum Quechua-Dorf wird hier alles geboten.
Für den ausländischen Urlauber sind in Peru natürlich Lima und die Tempelruinen des Machu Picchu ein Muss. Die angehenden Studentinnen schilderten aber auch ehrlich ihre Impressionen von Land und Leuten – jenseits der Touristenwege und der typischen Attraktionen.
So besuchten die drei ihren ehemaligen Klassenkameraden, Mike Trosto, der ein Jahr IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst) in einem Missionskrankenhaus bei den Quechua-Indianern absolviert und dort vorwiegend mit Kindern arbeitet. Bei ihm wohnten sie im ärmlich anmutenden Dorf Curahuasi, wo die Wohnhäuser noch aus Lehm gefertigt werden und es stellenweise kein fließendes Wasser gibt. Die medizinische Versorgung ist nur durch das Krankenhaus des Hilfsprojekts „Diospi Suhana“ gegeben, wo die Menschen in langen Schlangen auf einen Termin warten oder die Behandlung für sie finanziell nicht erschwinglich ist.
Alle Weltenbummler seien nach ihrer Rückkehr in die Heimat froh, in einem so hoch entwickelten Land wie Deutschland aufgewachsen zu sein, denn für die peruanischen Kinder sei nicht zuletzt auch der Zugang zu Bildung oft schwierig. Bei einem Besuch einer ersten Klasse einer Grundschule wurde den Mädchen auch deutlich, dass das Bildungsniveau nicht vergleichbar mit unserem hiesigen ist.
Dennoch habe sie am meisten positiv beeindruckt, dass die teilweise in großer Armut lebenden Peruaner so gastfreundlich seien: Auch wenn diese zu acht wenige Quadratmeter ohne festen Fußboden bewohnten, teilten sie ihre Lebensmittel mit den Fremden, die vor allem durch ihre blonde Haarfarbe und Größe eine große Sensation im Dorf waren.
Auf die Quechua-Sprache seien die Einheimischen sehr stolz – sie zu lernen, sei laut Mike aber eine große Herausforderung, da man die Worte mit keiner uns bekannten Sprache in Verbindung bringen könne.
„Spanisch zu verstehen, war aber gar kein Problem und nach kurzer Zeit haben wir auch die Hemmungen verloren, selbst zu sprechen“, freuten sich hingegen die Vortragenden mit den anwesenden Spanischlehrerinnen. Da hat sich der Spanischunterricht ab Klasse 8 ausgezahlt!
Übrigens muss es nicht gleich die Weltreise sein: Die Spanischfachschaft bietet den Schüler/innen der Klassen 10 die Möglichkeit an, an einem mehrwöchigen Individualaustausch nach Südamerika teilzunehmen. Zur Auswahl stehen Chile, Argentinien sowie Uruguay und weitere Informationen erteilt Euch Frau Duelli.
(Frau Metzinger, Fachvorsitzende Spanisch)
