Theatertage4   Es wurde ja schon lange gemunkelt, dass am Gymnasium Überlingen merkwürdige Gestalten durch das Gebäude ziehen. Dass das zutrifft und das auch noch auf das gesamte Schulzentrum Überlingen, hat sich, zumindest für die Tage des 10. und 11. Oktobers, bewahrheitet. Denn wie seit dem Jahr 2002, fanden auch dieses Jahr wieder die Theatertage als gemeinsames Projekt der Schulen am Bildungszentrum Überlingen statt. Im Rahmen dieses Projektes machten natürlich viele fleißige Teilnehmer den Anschein von etwas ,,Komischem‘‘. Da wurden zum Beispiel Schlägertypen und gruselige Mörderpuppen gesichtet, die ihre Rollen grandios spielten.
Organisiert wurden die Theatertage bis 2013 von Frau Weiß von der Constantin-Vanotti-Schule, die das Projekt auch vor 13 Jahren ins Leben gerufen hat. 2014 hatte Frau Orlowsky ihr Debüt als neue Leiterin und Organisatorin der Theatertage.
Der zweitägige Workshop endete mit einer kleinen Aufführung, in welcher die Teilnehmer das, was sie in diesen 2 Tagen erarbeitet haben, präsentierten. Diese Aufführung strahlte nicht nur aufgrund ihres hohen Unterhaltungsgehalts, sondern war geprägt von der idealen Mischung aus Information, Unterhaltung und Kunst – also ein wirklich vielseitiges Programm!
Theatertage3Der Workshop zur ,,Körperwahrnehmung‘‘ führte beispielsweise in drei verschiedenen Szenen vor, wie man aus der Körperhaltung des Menschen ablesen kann, wie er sich gerade fühlt. So sind in die Hüften gestützte Arme ein Zeichen für Aggressionen und das Herumspielen an Haaren und Hals ein Zeichen für innere Unruhe. Die lehrreiche Darbietung wurde gefolgt von der Performance der Teilnehmer des Tanzworkshops ,,Jump in-Move up‘‘, in welchem nicht nur die Gesamtchoreographie überzeugte, sondern auch die hervorragende Leistung der Solisten. Nachdem der Zuschauer aufgrund dieser harmonischen Darbietungen ins Träumen geraten war, wurde er mit der folgenden Darbietung des Workshops ,,Stress oder?!“ zurück in die Realität katapultiert. Schonungslos wurden diverse Szenen gezeigt, in welchen Stress sich in vielen verschiedenen Situationen wie in der Familie, in der Schule oder in der Liebe äußert. Doch dann durfte der Zuschauer doch noch aufatmen, da diesen Szenen Szenen folgten, in welchen diese Situationen nicht gestresst, sondern entspannt gemeistert wurden. Der ganz klare Appell hier: Es geht auch anders – der Stress muss mit Entspannung gemeistert werden. Theatertage1Nun breitete sich jedoch eine düstere Stimmung aus. Die Mörderpuppen beziehungsweise der Workshop ,,Horrortheater‘‘ hatte seinen großen Auftritt. So manch einem liefen kalte Schauer über den Rücken, zum Beispiel, als das doch so liebenswürdige Sandmännchen so böse und gruselig wurde, dass die Mörderpuppen nicht die Einzigen waren, die Kinderträume zerplatzen ließen. Dass die Zuschauer nicht vor Angst den Raum verließen, als die ,,Würmer des Todes‘‘ erschienen, konnte nur der Bruch ins Komische verhindern. Im wahrsten Sinne des Wortes ,,kriminell‘‘ ging es weiter, mit dem ,,Crime Time-Bühnenkampfworkshop‘‘. Als lustiger Einstieg wurde die Leiterin umgeworfen und nach einer komischen Einleitung in die Story überzeugten Prügeleien zwischen Oktoberfest und Rastplatz. Gerade das perfekt ausgewogene Maß an Witzeleien und Dramatik machte diese Performance zum Highlight. Ein Highlight war auch das Improvisationstheater. Witzig, spritzig und immer mit einer Prise Gesellschaftskritik spielten die Darsteller auf Teufel komm raus. So kamen lustige Konversationen zwischen einer Modedesignerin und einem Drogendealer auf einer Bank zustande. Oder auch Szenen, in denen verzweifelte Personen, die im Kindergarten kein Gas für das Zubereiten von Spiegeleiern fanden, danach suchten.
Theatertage2Allen Kursleitern und der Organisatorin Linda Orlowsky ist hiermit zu danken, dass sie solch eine hervorragende Aufführung auf die Beine gestellt haben. Mit dem richtigen Witz, den man an Theaterpädagogen so schätzt, waren die Theatertage ein voller Erfolg, da diese Pädagogen aus den  Fähigkeiten der Schauspieler das Maximum herausholten.

Maximiliane Tilly und Lara Hart