am Mittwoch, den 16. November

Studium! Ein Wort, das auf der einen Seite freudige Erwartungen hervorruft und die Schüler von ihrer Zukunft träumen lässt und auf der anderen Seite ein Gefühl von Ratlosigkeit entstehen lässt und viele von uns überfordert.
Was studieren? Wo? Wann? Und wieso? Gerade in der Zeit kurz vor dem Abitur bleibt oft wenig Zeit, sich intensiv Gedanken über die Zeit nach diesem großen Ereignis zu machen und die zahlreichen Möglichkeiten sind auf der einen Seite genial, machen die Entscheidung aber auch noch schwerer. Und sich in diesem Dschungel aus Internetseiten, Studienangeboten und anderen Alternativen zurechtzufinden, ist alles andere als einfach.
Um den Schülern ein wenig unter die Arme zu greifen, findet bereits seit über 20 Jahren der Studieninformationstag statt.  Auch in diesem Jahr boten fast alle Hochschulen Veranstaltungen zu Studieninhalten, Studienfächern, Finanzierung, Bewerbung, Zulassung, Einblicke in Vorlesungen und vieles mehr an.
Die Schüler erhielten einen Tag lang die Möglichkeit, sich das Studium aus unmittelbarer Nähe anzuschauen und nicht nur durch den Blick auf den Bildschirm.

Tübingen:

Mittwoch, 8:30, Novemberregen.
Zusammen mit jeder Menge anderer Schüler, die sich unter ihren Regenschirmen verstecken, stehen wir vor dem Tübinger Hauptbahnhof und warten auf den Shuttlebus, der uns zur Uni bringen soll. Als dieser dann kommt, fährt er direkt durch die größte Pfütze und spritzt uns ordentlich nass, vielen Dank auch. Schnell stellt sich heraus, dass wir nicht einmal annähernd alle in den Bus passen und als dieser wieder fährt, stehen immer noch unglaublich viele Leute an der Haltestelle. Also laufen, nur in welche Richtung? Mit der Hilfe eines netten Passanten ist auch diese Frage schnell geklärt und wir stapfen munter drauflos.
In der Neuen Aula der Uni werden wir mit Programmheften versorgt (da hätten wir uns das Ausdrucken auch sparen können) und mir springt sofort ein Schild mit der Aufschrift „Was hat eine Jogginghose mit Highheels zu tun?“ ins Auge, aber wir haben keine Zeit, das weiter zu verfolgen, denn unsere erste Veranstaltung beginnt. Den Vormittag verbringen wir in den drei verschiedenen Teilen des Unicampus, zwischen denen wir mit den (inzwischen leereren) Shuttlebussen pendeln und uns Infoveranstaltungen zu den einzelnen Studiengängen, aber auch zu Auslandsaufenthalten während des Studiums, Studienfinanzierung und vielem mehr anhören. Irgendwann fällt mir wieder das Schild mit den Jogginghosen ins Auge und ich halte einen Plausch mit den dazugehörigen Leuten, die mir den Studiengang „Empirische Kulturwissenschaft“ näher bringen. Nachdem ich mich auch noch mit Studenten der „Allgemeinen Rhetorik“ unterhalten habe, bin ich einmal mehr beeindruckt, was man so alle studieren kann (auch wenn das die Entscheidung nicht gerade leichter macht).
Nach einem leckeren Mittagessen in der Unimensa stehen Beispielvorlesungen und Führungen auf dem Programm. Ich habe mich für Medizin entschieden und lausche bald darauf einem Gerichtsmediziner, der betrunkene Autofahrer mit Spinnen vergleicht, die für ein Experiment mit in Alkohol getauchten Fliegen alkoholisiert wurden, sehr interessant… und sehr amüsant.
Und so lässt sich auch der gesamte Tag beschrieben: höchst interessant mit vielen neuen Eindrücken und sehr amüsant, dank vielen coolen Studenten und Profs.

Freiburg:

„Notification received“- ratet mal, welche App mir da einen Mitteilung geschickt hat. Es ist die App der Uni Freiburg, die eigens für den Studieninfotag entwickelt wurde und mich schon seit einigen Tagen immer wieder mit den neusten Infos versorgt.
Und diese App ist wirklich praktisch, ich konnte nicht nur mein individuelles Programm zusammenstellen, sondern sie zeigt mir auch gleich die Wege zu den einzelnen Veranstaltungsorten, die ich sonst wahrscheinlich nie gefunden hätte. Aber zurück zu meinem Programm: Das zusammen zu stellen war auch gar nicht so einfach, denn bei dieser Fülle an Vorlesungen, Infoveranstaltungen, Laborbesuchen und Führungen fällt die Entscheidung nicht leicht. Nur allzu oft meldete die App bei der Planung „Zu dieser Zeit besuchen sie bereits eine andere Vorlesung“. Zu doof, dabei klingt das alles so spannend und das ist es auch (scheinbar habe ich dann doch eine gute Auswahl getroffen).
Später steht dann noch eine Führung durch die neue Unibibliothek (die wirklich sehr beeindruckend und cool ist) auf meinem Programm und danach gibt es einen Kaffee im Unicafé. Da der Unicampus  über die ganze Stadt verteilt ist, hat man an diesem Tag nicht nur Einblicke in das Studienangebot erhalten, sondern auch erste Eindrücke der Stadt Freiburg als Studienort bekommen, beispielsweise, dass hier gefühlt jeder mit dem Fahrrad fährt. Schon allein für diese direkten Einblicke kann ich es jedem empfehlen, am Studieninfotag teilzunehmen. Live und in Farbe eröffnet sich oft eine ganz neue Perspektive, denn es ist etwas anderes, selbst direkt in Freiburg zu stehen, als sich nur virtuell vom Sofa aus dem Studienort zu nähern.
Life is live!

Von Christin Nothnagel und Hanna Rosebrock