Theater-Vorstellungen am 09., 11. und 12. Februar 2017

Was passiert im alten Griechenland, in der ach so modernen Demokratie, wenn die Frauen auf einmal die Akropolis besetzen und Forderungen an die Männer stellen?
Genau diese Situation wurde im diesjährigen Theaterstück der Theater-AG „Lysistrata – Der Krieg muss weg“ auf sehr amüsante und unterhaltsame Weise schauspielerisch dargestellt.
Die Theatergruppe von Linda Orlowsky orientierte sich dabei an einem Stück von Aristophanes und gestaltete das griechische Werk zu einem tollen Theaterstück für jede Altersklasse um.

Während sich die Männer Athens in einem nicht enden wollenden und weniger erfolgreichen Krieg mit den Spartanern befinden, beschließen die kriegsmüden Frauen unter Anleitung von Lysistrata (gespielt von Suza Bartusch) das Kriegende zu erzwingen und verbünden sich zu diesem Zweck sogar mit einer der verhassten Spartanerinnen (Leoni Haarbach). Gemeinsam besetzen sie kurz vor dem Heimurlaub ihrer Männer die Akropolis, damals streng verboten für alle Frauen, und verweigern sich ihren Männern. Diese sind völlig überfordert mit der Situation und es zeigt sich wieder einmal, dass Frauen großen Einfluss nehmen können.

IMG_3922Trotzt der eigentlich ernsten und auch aktuellen Thematik verwandelten die begabten Schauspieler und Schauspielerinnen des Gymnasiums das Stück in ein sehr lustiges Schauspiel.
So hatten die tapferen Krieger Athens alle ihren ganz eigenen Charakter: Lethargos (Julian Spähn) der „iiiiimmmmmmer seeeeehhhr laaaangsaaaaam“ sprach, und die poetische Ader von Trauerklos (Nico Wolf) machte diesen für das Schlachtfeld denkbar ungeeignet und er lieferte sich fortwährende Diskussionen darüber, ob jetzt das Hexameter oder ein Sonett die Gedichtform der Zukunft sei („dein Sonett war ja so nett“). Auch eine Frau hatte sich unter die Soldaten gemischt, was den Männern natürlich nicht auffiel, und ein großer Stein im Weg brachte die gesamte Truppe in völlige Verzweiflung. Die Frauen Athens hatten indessen auch gut mit sich selbst zu kämpfen, da doch die ein oder andere beim Anblick ihres Mannes schwach zu werden drohte, von Lysistrata und Lampito aus Sparta jedoch immer wieder auf die richtige Bahn zurückgebracht wurde.
Das Zitat von Brecht am Ende des Stückes „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“ hat an Bedeutung und Aktualität auch in der heutigen Welt nicht verloren. Im Gegenteil! Es scheint in einer Zeit voller gewaltsamer Konflikte und Auseinandersetzungen aktueller denn je zu sein und so liegt auch dem humorvollen Theaterstück eine ernste und aktuelle Thematik zugrunde.

Lichttechnisch und musikalisch unterstützt wurden die drei Theatervorstellungen wie immer von der unermüdlichen LTM- AG unter Leitung von Peter Gaida und die Aula war an allen Abenden voll besetzt.

Gratulation zu diesem gelungenen Auftritt! Wir sind gespannt, was uns nächstes Jahr erwartet!

Text: Hanna Rosebrock (KS II)