76,2 % der über 18-jährigen gaben am Sonntag, den 24. September 2017, ihre Stimme ab, um über die nächste Zusammensetzung des Bundestages zu entscheiden.
Die größtenteils noch nicht wahlberechtigten Schüler des Gymnasiums Überlingen führten ihrerseits eine eigene Bundestags-Wahl durch, die sogenannte „Junior-Wahl“. Träger des Projektes Juniorwahl ist der gemeinnützige und überparteiliche Verein Kumulus e.V. aus Berlin, der seit 1999 zu Europawahlen, Bundestagswahlen und Landtagswahlen Juniorwahlen an Schulen durchführt. Dieses Jahr wurde sie an unserer Schule von Herrn Staudacher, dem Fachschaftsleiter für Gemeinschaftskunde, in Kooperation mit weiteren Fachlehrern organisiert. Unterstützt wurde die Aktion von verschiedenen Schülern, insbesondere dem vierstündigen GK-Kurs der Kursstufe 2.
Die Wahl fand in der Woche vom 18.- 22.9.2017 in der Aula des Gymnasiums statt. Teilnehmen durften Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 bis hin zur Kursstufe 2. Hierbei befanden sich bereits einige Erstwähler unter den älteren Schülern, welche vom Südkurier hinsichtlich der Wahl befragt wurden.
Die Ergebnisse der Schulwahl wurden am 25. September bekannt gegeben. Bei 508 abgegebenen Stimmen kam die CDU mit 28,9 % der Stimmen auf Platz 1, knapp gefolgt von den Grünen mit 27,4 %. Dies würde für eine Koalition dieser beiden Parteien sprechen (auch Kiwi-Koalition genannt). In der Opposition befänden sich dabei die drittplatzierte SPD (14,6%) und die FDP (10,2%). Die AfD (3%) und die Linken (3,7%) scheiterten hingegen an der 5% Hürde. Die Erststimme für den Wahlkreis Bodensee gewann Lothar Riebsamen mit 35% der Stimmen.
Im Vergleich zu den offiziellen Ergebnissen fällt vor allem die Beliebtheit der Grünen auf. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichten diese 8,9%, bei der Schulwahl am Gymnasium 18,5 Prozentpunkte mehr. Zudem kann beobachtet werden, dass die Schüler eher konservativ gewählt haben. Das linke Spektrum wird nur in geringem Maß von der SPD vertreten. Die Links-Partei, welche in der Bundestagswahl 2017 zumindest 9,2% erlangte, schien die Schüler des Gymnasiums nicht anzusprechen. Ebenso erging es der AfD, welche 9,6 Prozentpunkte weniger, als bei der richtigen Wahl erhielt.
Mit diesen Feststellungen im Hinterkopf mag sich einer fragen, wie die Wahl nun ausgefallen wäre, wenn die 16- und 17- jährigen Deutschen auch wahlberechtigt gewesen wären. Die AfD wäre vermutlich schwächer gewesen, die Grünen deutlich stärker. Doch das sind nur Vermutungen. Klar ist, dass politische Entscheidungen vor allem diese Gruppe etwas angehen sollten, schließlich wird über ihre Zukunft entschieden. Dieses Privileg bleibt ihnen jedoch verwehrt.
Die nächste Bundestagswahl 2021 wird zeigen, inwiefern die bis dahin volljährigen Bürger auf die nächste Legislaturperiode Einfluss nehmen können. Vielleicht entscheidet sich die Politik bis dahin auch, den jungen Menschen schon früher eine Stimme zu geben.

Text: Leonie Walle (KS 2)

Ergebnisse

Schule_GesamtErststimme

Schule_GesamtZweitstimme

 

Sitzverteilung Schulwahl

 

Sitzverteilung offizielles Ergebnis