Studienfahrt Ruhrgebiet 2016

Was man sonst nur als Theorie aus dem Unterricht kennt, findet im Ruhrgebiet regelmäßig Anwendung und wir haben nach der Studienfahrt eine wirkliche Vorstellung, wozu diese ganze Theorie in der Schule eigentlich tatsächlich gebraucht wird.

Tag 1: Grau in Farbe
_DSC5789In der Regel gibt es über Anreise- und Abreisetage nicht viel zu sagen. In diesem Fall ist das anders! Unsere Jugendherberge lag direkt im Landschaftspark Duisburg, in dem alle möglichen stillgelegten Industriebauten stehen und der eine Menge Überraschungen parat hat.
Unser erster „Ausflug“ ging abends erstmal hoch hinaus, und zwar auf einen Hochofen, denn im Dunkeln verwandelt sich die sonst so graubraune Landschaft in ein Kunstwerk aus buntem Lampenlicht.
Beim Umherstreifen in diesem Labyrinth aus Stahl und Eisen entdeckten wir Europas wohl größtes künstliches Tauchbecken versteckt in einem alten Gasometer, einen Klettergarten und variantenreiche Kletterwände. Für eine Klettertour war es uns im Februar allerdings zu kalt, geschweige denn für einen Tauchgang.

Tag 2: Feuerwerk und Funkentanz
_DSC5732Unser erstes Stück Ruhrgebietsindustrie und mit Sicherheit eines der Eindrucksvollsten: Das Stahlwerk ThyssenKrupp.
Hier wird Stahl in Dimensionen hergestellt, die man sich ohne es gesehen zu haben kaum vorstellen kann. Was wir sonst nur von Bildern oder aus Dokus kannten, bekamen wir hier aus nächster Nähe zu sehen. Das flüssige und glühende Eisen in den riesigen Behältern, der Lärm, die riesigen Dimensionen, das alles beeindruckte uns sehr und war eine Erfahrung, die nicht jeder machen darf.

Tag 3: In Labor und Industrie
Den Weg vom Labor zur tatsächlichen industriellen Umsetzung zeigte uns der Besuch beim Chemieunternehmen Oxea. Neben ausführlichen Informationen über das Chemiestudium zeigten uns der Besuch im Labor und der Werkrundgang, wie die Forschung in der Industrie schließlich umgesetzt wird.

Tag 4: Wir als Unternehmen
IMG_4276Habt ihr schon mal euren eigenen Becher designed, hergestellt und geprüft?
Nein? Das hatten wir auch nicht. Aber am Mittwoch hatten wir im Covestro Sciencelab in Leverkusen die Möglichkeit, für einen Tag ein eigener Betrieb zu sein und unser eigenes Produkt herzustellen: den Plastikbecher Ice plopp.
Wer hätte gedacht, dass hinter einem einfachen Becher so viel Arbeit steckt? Dass die Zusammenarbeit zwischen Design, Technik, Forschung, Finanzen und Kommunikation reibungslos funktionieren muss, damit ein einwandfreies Produkt entsteht und die Produktionsfristen eingehalten werden, haben wir auf jedem Fall gelernt.
Dank der Unterstützung unserer Betreuer haben wir es letzten Endes geschafft, alles rechtzeitig fertig zustellen.
Und obwohl der Tag einer der anstrengendsten und mit Sicherheit der stressigste war, so waren wir am Ende doch sehr stolz darauf, unser eigenes Produkt mit nach Hause zu nehmen.

Tag 5: Chemie im „real life“
_DSC5781Am Donnerstag statteten wir dann gleich zwei Chemiefirmen einen Besuch ab.
Während am Vormittag das Familienunternehmen Grillo auf dem Plan stand, besuchten wir am Nachmittag die Firma Rütgers.
Nach ausführlichen Einführungen und den anschließenden Werksbesichtigungen war klar: Im echten Leben funktioniert die Chemie nicht annähernd so einfach wie in der Schule im Reagenzglas.
Ein fantastisches Abendessen, hoffentlich ganz ohne chemische Zusatzstoffe, im Duisburger Innenhafen schloss den Tag und die Studienfahrt gebührend ab.

Tag 6: Zurück nach Hause
Nach so viel Chemie im Ruhrgebiet ging es für uns zurück an den schönen Bodensee.
Der landschaftliche Gegensatz könnte größer nicht sein.

5 Chemiefirmen in 4 Tagen: Wenn das kein neuer Rekord ist.
Die interessanten Einblicke waren die lange Reise auf jeden Fall wert. Denn wer kann schon von sich sagen, dass er die Stahlproduktion von Anfang bis Ende miterlebt hat, in Chemielaboren stand und sein eigenes Produkt hergestellt hat, und das ganz ohne Chemiestudium?

Vielen Dank an die Lehrer, die uns solch einmalige Erlebnisse ermöglicht haben!!!

Von Hanna Rosebrock und Christin Nothnagel